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von Jörn Dittmer

Fotografien


- Fotografien -


Jörn Dittmer

Er lehnte sich in seinem Sessel zurück, schloss die Augen und atmete den süßen Duft der Rosensträucher ein, die vor seinem Stubenfenster wild wuchsen. Parker Wilson liebte das weiche süßliche Aroma dieser wunderbaren Blumen, und er genoss die Zeit, die er hier in seinem bequemen Sessel mit ihnen verbrachte.
Vor einigen Jahren hatte Parker das Haus zum letzten Mal verlassen. Er hatte seine Spiegelreflexkamera von Nikon dabei gehabt, um Leute im Park zu fotografieren, wie sie ihre Freizeit verbrachten. Doch weiter als zwanzig Schritte war er nicht gekommen. Ein weißer Mercedes hatte Wilson seitlich erwischt. Seitdem blieb er im Haus und las immer wieder seine Bücher von Mark Twain, atmete den Rosenduft aus seinem wuchernden Garten und lauschte den Geräuschen seines Hauses. Bis er anfing, leise Stimmen zu hören...

Beim ersten Mal klang es wie das Summen wildgewordener Bienen, die ihren Stock verteidigen wollten, nur eben viel leiser. Doch je mehr Parker Wilson sich auf die Töne konzentrierte, desto besser konnte er die Stimmen vernehmen. Und zumeist waren es tatsächlich mehrere, die er hörte. Sie schienen sich zu unterhalten. Aber worüber sie sprachen, das konnte der alte Parker nicht verstehen. Es waren immer nur Bruchstücke, Satzfetzen, die fast stakkatoartig auf sein Gehör einschlugen...
"... wie ..."
"... wann hatte ..."
"... wie alt ..."
"... wo ist ..."
"... ich möchte ..."
Irgendwann kehrte wieder Stille ein. Für Parker Wilson war es eine bedeutungsschwangere Stille, die Ruhe vor dem Sturm. Er konnte nicht begreifen, was die Stimmen bedeuteten, und er wollte gar nicht erst anfangen, ernsthaft darüber nachzudenken, dass es in seinem Haus vielleicht Geister geben könnte. Das war natürlich Unsinn, und er würde auf keinen Fall so weit gehen, sich diesen Schwachsinn einzureden. Geister gab es nicht. Schon gar nicht in seinem Haus.
Aber unheimlich war es schon. Besonders die Tatsache, dass er auch leise Schritte vernehmen konnte, wenn die Stimmen anwesend waren. Natürlich hätte er das alles als Einbildung abtun können. Doch das furchterregendste von allem konnte er nicht einfach verdrängen; wenn die Haustür von allein auf und zu ging, dann kroch ihm Eiswasser durch die Adern...

Einige Tage später hörte Parker Wilson leises Hundegebell. Es kam zwar von der der Straße abgewandten Hausseite, aber trotzdem sah Parker erst einmal nach vorne aus dem Fenster, um zu sehen, ob er sich vielleicht doch irrte. In seinem innersten hoffte Parker sich zu irren. Er wäre froh, wenn er jetzt draußen auf der Straße einen Hund sehen könnte, der vielleicht kläffend einer Katze nachjagte.
Parker atmete den Rosenduft ein, während er auf die verlassene Straße vor seinem Haus sah, und drehte sich dann langsam um.
Hier stimmte eindeutig etwas nicht. Parkers Blick glitt über seinen Ohrensessel, während er dem leisen Hundebellen lauschte, dann über die alte und durchgesessene Couchgarnitur, den kleinen Ecktisch und die Leselampe. Beinahe mit Liebe betrachtete er das kleine Bücherregal aus Eiche, in dem seine Büchersammlung mit Mark Twains gesammelten Werken stand.
Leise Stimmen aus dem Eingangsbereich bescherten Parker eine Gänsehaut auf den Armen, seine Nackenhaare fuhren in die Höhe. Mit langsamen, ängstlichen Schritten ging er in die Richtung, aus der er die Stimmen hörte. Das Bellen hatte aufgehört. Zu sehen war niemand...
"... das muss ..."
"... hier ist noch ..."
"... wenn wir hier ..."
Parker Wilson schüttelte verständnislos den Kopf. Mit einer Hand fuhr er sich durch sein graues Haar.
"Das ist unheimlich!" Parker Wilson nickte, um seine eigenen Worte noch zu bekräftigen. Es tat gut außer dieser "Geisterstimmen" seine eigene Stimme zu hören. Rau und vielleicht etwas krächzend, aber es war trotzdem eine Wohltat. Und plötzlich kam ihm eine Idee, die so absurd war, dass er sie eigentlich gleich wieder hätte verwerfen müssen. Da Parker jedoch nichts besseres einfiel, was er sonst hätte tun können, hielt er an seiner Idee fest. Er würde Fotografien machen.
Er würde es zumindest versuchen.
Seine Schritte waren jetzt, wo er wieder agieren und nicht nur reagieren konnte, voller Elan, als er sich in den Eingangsbereich seines Hauses begab. Unter der Treppe, die in das obere Geschoss führte, befand sich der Zugang zum Keller, nur dass es kein Keller mehr war. Den Raum hatte er schon vor einer halben Ewigkeit in eine Dunkelkammer für seine Fotoarbeiten umgebaut.
Er öffnete die kleine Holztür ("... hast du ..."), stellte das Licht an und stieg mit von Tatkraft beschwingten Schritten, die steile Treppe hinunter ("... ich kann ..."). Die unheimlichen Stimmfetzen huschten hinter ihm her, als würden sie ihn verfolgen. Doch am unteren Ende der Treppe angelangt, waren sie nicht mehr zu hören.
Einen Moment lang dachte Parker ernsthaft darüber nach, ob er vielleicht einen Arzt aufsuchen sollte. Immerhin hörte er Stimmen! Ein Arzt hätte ihm sicher einiges dazu zu erzählen gehabt.
In einem der vielen Regale, die Parker Wilson alle selbst gezimmert hatte, fand er schnell seine Nikon. Er prüfte sie gerade mit wenigen schnellen Handgriffen, als das Licht ausging.
Dann schlug die Kellertür zu.
Die plötzliche Finsternis fiel wie ein wildes Tier über Parker herein. Mit zitternden Händen hielt er seine Kamera an den Bauch gepresst. Es dauerte einige Minuten, bis Parker Wilson sich trotz der Angst, die ihn fast zu Stein erstarren ließ, durch die Dunkelheit quälte. Er glitt mit den Fingern über die Wand bei den Regalen, bis er endlich den Schalter für das Rotlicht gefunden hatte, das er bei seinen Entwicklungsarbeiten der Filme brauchte. Nachdem er das Licht eingeschaltet hatte, konnte er genug sehen, um die Treppe hinaufsteigen zu können, ohne sich das Genick zu brechen.
An der Tür angekommen, legte er ein Ohr gegen das raue Holz und lauschte auf die Stimmen. Als er nichts Ungewöhnliches hören konnte, dankte er im Stillen Roselyn, seiner längst verstorbenen Frau, dass sie kein Schloss an der Kellertür hatte haben wollen. Parker drückte die Tür auf und spähte vorsichtig durch den entstandenen Spalt, ob die Luft auch wirklich rein war.

Nachdem er es sich in seinem Ohrensessel wieder bequem gemacht hatte, sah er sich noch einmal seinen Fotoapparat an. Parker wollte ganz sicher sein, dass das Gerät auch funktionierte, wenn die seltsamen Stimmen das nächste Mal zu hören waren.
Parker Wilson lehnte sich zurück, atmete den Rosenduft und genoss die Stille. Ein kleines Lächeln tauchte in seinem Gesicht auf, als er daran dachte, dass er tatsächlich Geister fotografieren wollte.
Er schüttelte bei dem Gedanken den Kopf. Auf solche Ideen konnten wirklich nur alte Narren wie er kommen. Dann schlief Parker Wilson ein.

Ein lautes Knallen ließ ihn hochschrecken. Wie lange hatte er geschlafen? Was war das für ein Lärm?
Wie betäubt sah Parker sich um. War das die Tür? Wo war seine Uhr? Und wo der Ecktisch?
Müde rieb er sich die Augen und hoffte auf eine Sinnestäuschung, doch auch bei klarem Blick blieb der Tisch verschwunden, ebenso die Wanduhr.
"... Vielleicht ..."
Ganz deutlich. Eine Männerstimme, keine zwei Schritte von ihm entfernt. Parker riss seine alte Nikon in die Höhe, ließ sie dabei fast fallen, richtete sie in Richtung der Stimme aus und drückte vier-, fünfmal auf den Auslöser.
"... Hast du das ..."
"... Nein, ich ..."
Noch drei Fotos. Klick. Klick. Klick.
"... Aber da war ..."
"... Mama ..."
Was war hier nur los? Parker fühlte am ganzen Körper eine raue Gänsehaut. Panik hatte seine Gesichtszüge verzerrt und sein Teint hatte sich von blass in käsig vor Schrecken gewandelt. Am liebsten hätte er sich so tief in seinen Sessel gedrückt, wie es nur ging, aber er hatte Wichtigeres zu tun.
Klick. Klick.
Er musste Fotos machen. Viele Fotos. Aber von was?
Parker Wilson schüttelte wild den Kopf, hievte sich schwerfällig aus seinem Sessel ("... das musst du doch ..."), und stakste dann mit steifen Knien Richtung Keller.

Da waren Menschen! In seinem Haus waren Menschen. Oder Geister? Nein, nein - es gab doch keine Geister! Aber hier. Und hier. Und da auch. Und da! Parker Wilson betrachtete voller Grauen die Fotografien, die er am frühen Morgen gemacht hatte. Überall waren sie, sie standen da, gestikulierten, redeten miteinander. Auf den Fotografien waren sie nur Schemen, aber sie waren doch so deutlich, dass Parker Wilson junge Leute in ihnen erkennen konnte. Die Frau hatte kurzes helles Haar mit dunklen Strähnen, und sie sah zu einem Mann auf, etwa einen Kopf größer als sie. Er wirkte muskulös und trug eine Brille mit dünnem Gestell. Auf dem letzten Foto schaute die Frau direkt in Parkers Richtung. Als hätte sie ihn gesehen. Als wüsste sie, dass da noch jemand anwesend war.
Sie sah ihm direkt in die Augen!
"Mein Gott", flüsterte Parker. "Wenn es Geister sind ... und sie jetzt wissen, dass ich hier bin ..." Er schüttelte sich vor Grauen. Er besaß nicht genügend Fantasie, um sich konkret vorzustellen, was diese "Dinger" dann mit ihm anstellen würden.
"Was mache ich jetzt?"
Erschrocken sah er zur Treppe empor, als von dort lärmendes Gerumpel und Poltern zu hören war, als würden Gegenstände durchs Haus geschoben; einmal klirrte Glas ...

Stundenlang hatte er sich in seinem Keller verborgen gehalten und dem unseligen Lärmen zugehört, bis ihm irgendwann klar geworden war, dass er sich nicht bis in alle Ewigkeit dort unten verstecken konnte. Also hatte Parker, sobald wieder Stille eingetreten war, seine Nikon zur Hand genommen, mit einem neuen Film geladen, und war durch die Kellertür in den Flur seines Hauses getreten.
Die Kahlheit der Wände machte ihn im ersten Moment schwindelig.
Es war alles fort.
Alles fort.
Mit vor Schrecken geweiteten Augen starrte Parker Wilson den Flur rauf und runter. Der Schuhschrank: fort! Das Telefontischchen: fort! Der Schirmständer: fort! Und am allerschlimmsten: sämtliche Bilder von Roselyn, die er so sorgsam an der Flurwand befestigt hatte, waren ebenfalls fort. Helle, rechteckige Flecken zeigten die Stellen, an denen die Bilder in ihren Holzrahmen gehangen hatten.
"Meine Rose." Parkers Stimme bebte. Mit Tränen in seinen alten, blauen Augen und mit zittrigen Beinen betrat er die Stube ...

Er brachte kein Wort hervor, als er die Leere seines liebsten Raumes im Haus betrat. Auch hier war alles weg. Nur sein Ohrensessel stand noch dort am Fenster, der mit seinem roten Leder einem Königsthron glich. Mit weichen Knien setzte Parker sich in ihn, betrachtete die kahlen Wände mit den alten, verschmutzten Tapeten, und sein Innerstes wurde erneut erschüttert, als er den Verlust seiner Mark Twain-Bücher feststellte. Resigniert sank er in den Ohrensessel zurück. Am ganzen Körper zitternd - aus Angst, Frustration und wegen dem unverständlichen Verlust seiner gesamten Habe - begann er leise zu weinen. Und er hielt in seiner Trauer nur einmal kurz inne, als er bemerkte, dass der Rosenduft fehlte ...
Benommen sah Parker zum Fenster. Ja, sie hatten ihm wirklich alles genommen, was er geliebt hatte.

Drei Wochen später standen Kate und Michael Winston vor ihrem neuen Zuhause. Justin spielte mit seinem Irish-Setter Winslow im Garten. Der Makler, Mr. Stephen Licki, stand beflissen an der rechten Seite von Michael Winston und wartete auf positive Worte zu seinem ältesten, und in der Maklerwelt als unverkäuflich verschrienem, Objekt.
Kate wischte sich eine Strähne ihres Haares aus der Stirn, lächelte Michael wohl wollend an und sagte: "Die Maler haben wirklich eine Meisterleistung vollbracht, findest du nicht? Wenn ich nur daran denke, wie der Kasten vorher aussah." Sie schüttelte viel sagend den Kopf. Obwohl das Häuschen gut in Schuss gewesen war, hatte es von außen wie eine Ruine gewirkt. Auch der Gärtner hatte, wie Kate fand, gute Arbeit geleistet. An der Stelle, wo Kate mit eigenen Händen diesen hässlichen, vertrockneten Rosenstrauch rausgerissen hatte, blühte jetzt ein prächtiger Rhododendren-Busch und es sah wunderschön aus.
"Das einzige, was mich noch irritiert", sagte Michael, während sie auf ihr Haus zugingen. "sind die Geschichten, die mir durch die Handwerker zu Ohren kamen."
"Ach", grinste Kate. "als ich dir sagte, dass da irgendwas ist, hast du mir nicht geglaubt. Aber wenn ein dahergelaufener Pinselschwinger etwas Ähnliches andeutet, dann bist du gleich ganz Ohr, oder was?"
"Ach, komm schon. Glauben kann man diese ganzen Spukgeschichten doch sowieso nicht. Umgeworfene Farbdosen, an der Wand zerfledderte Tapetenbahnen." Er zuckte mit den Schultern. "Oder glaubst du etwa an Poltergeister?", fragte er Kate zweifelnd.
"Das ist natürlich Unsinn", mischte Mr. Licki sich ein. "Lassen Sie sich nur keine Ammenmärchen erzählen." Er schüttelte wissend den Kopf. "Ich kann mir natürlich denken, was los war. Die Maler haben gepfuscht, und um mehr Zeit herauszuschinden, um die Fehler auszubügeln, haben sie sich diese Geistergeschichten ausgedacht."
"Aber was wir gehört haben, soll da doch wirklich was mit dem Vorbesitzer gewesen sein." Michael war stehen geblieben, und Mr. Licki wäre ihm fast in den Rücken gelaufen.
"Na ja", meinte Licki. "Der ist Verstorben." Licki zuckte mit den Achseln. "Aber das kann doch jedem von uns passieren, nicht wahr?" Er kicherte, als hätte er einen besonders guten Witz erzählt. Da niemand mitlachte, wurde er wieder ernst und sagte: "Der alte Parker Wilson wurde vor einer halben Ewigkeit von einem Wagen angefahren, quasi direkt vor der Haustür. Danach fürchtete er sich davor, das Haus zu verlassen. Nun ..." Licki hüstelte in die hohle Hand. "Wilson vergaß wohl, na ja, wie soll ich es sagen ..." Jetzt räusperte Licki ziemlich heftig. "Er vergaß wohl Nahrung zu sich zu nehmen. Jedenfalls fand man ihn irgendwann neben dem Stubenfenster, dort wo früher der Rosenstrauch und jetzt der Rhododendren-Busch steht."

Parker lächelte. Er konnte sie hören. Noch immer nur Bruchstücke und Satzfetzen, aber ihn interessierte auch gar nicht, was sie zu sagen hatten. Ihm genügte es zu wissen, dass sie kamen. Sie hatten ihm alles genommen und nach und nach hatten sie neue Tapeten und neues Inventar angeschleppt. Nur seinen Ohrensessel hatten sie behalten. Ja, aber der war auch ein exquisites Möbelstück. Ansonsten hatten sie alles fortgeschafft, was ihm gehört hatte.
"... wirklich eine ..."
"... das einzige .... Geschichten ..."
"... dass da ..."
"... Ammenmärchen ..."
"... Parker Wilson ..."
Als Parker seinen Namen hörte, schossen alle Haare an seinem Körper in die Höhe. Sie wussten also von ihm. Dann hatte der Geist der jungen Frau ihn wohl doch gesehen. Irgendwie.
"Ihr verdammten Monster", sagte Parker. "Euch werde ich es schon zeigen."

Kate, Michael und Mr. Licki betraten das Haus, während Justin weiter mit Winslow im Garten spielte. Parker Wilson stemmte sich in der Zwischenzeit schwer aus seinem Ohrensessel und trat an den Kamin, den die Winstons dort hatten einbauen lassen, wo früher Parker Wilsons Regale mit seiner Büchersammlung gehangen hatten. Auf dem Kaminsims standen einige Provisorien, kleine billige Vasen und Bilderrahmen mit gedruckten Fotografien von Fremden, die keinerlei Verbindung zu den Winstons hatten; alles nur Lückenbüßer, um die allzu leeren Stellen auszufüllen. Die Winstons hatten zwar alles neu einrichten lassen, doch ihre wirklich persönlichen Dinge würden sie erst in das Haus bringen, wenn sie mit allen abgeschlossenen Arbeiten zufrieden waren.
Für Parker Wilson war es aber uninteressant, was wem gehörte. Nichts von dem, was sich jetzt noch in diesem Haus befand, gehörte noch ihm. Der Sessel ausgenommen war sein gesamter Besitz entfernt worden. Er stützte sich mit beiden Händen am Kaminsims ab, als hätten ihn alle Kräfte verlassen. Und als er endlich die Stimmen in seiner unmittelbaren Nähe hörte ...
"... wie haben ..."
"... sehr schöne ..."
"... das müsste vielleicht ..."
... fegte er mit einer heftigen Armbewegung alles vom Kaminsims herunter...

"O mein Gott," schrie Kate.
"Haben Sie das gesehen, Licki?" Michael hielt den Makler am Arm fest und starrte entgeistert auf die Scherben der Billigvasen und die zerbrochenen Fotorahmen.
"Das ... das..." Mr. Licki schüttelte den Kopf. Er wusste auch nicht, was er davon halten sollte, sah nur sprachlos von einem Gesicht zum anderen. "Das muss ... der Wind gewesen sein", rief er. "Ja, genau. Der Wind." Schwer atmend und mit rasendem Puls zeigte Licki zum offenen Fenster neben dem Ohrensessel. "Ich bin mir ganz sicher, dass..." Mit einem Mal hatte Mr. Licki das Gefühl, als wäre soeben etwas durch ihn hindurch gegangen. Ein Gefühl von Kälte und Qual machte sich in ihm breit. Er drehte sich auf dem Absatz um und rannte aus dem Haus. Kate und Michael Winston folgten ihm.

Parker Wilson setzte sich in seinen Ohrensessel und kicherte in sich hinein. Das war nicht schlecht, überlegte er. Gar nicht schlecht.
Im Moment konnte er keine Stimmen mehr hören. Also lehnte er sich zurück, genoss die Stille und hoffte, dass er nun seine Ruhe haben würde. Gespenster zu vertreiben schien ja gar nicht so schwer zu sein, wie alle Welt dachte ...

 

Veröffentlichungen
Jörn Dittmer

u.a.

"Kinderspiel"
in:


[Rätselhafte Phänomene]


 "Ein letztes Mal"
in: